Kommunion 2027
Diesmal steht die Erstkommunion unter dem Wort Jesu, das uns der Evangelist Johannes überliefert hat. Dort sagt Jesus:
Ich bin die Tür – wer durch mich hineingeht , wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden.“ (Joh 10,9)
Es ist ein ungewöhnlicher Vergleich: Jesus als Tür. In seinen Reden verwendet Jesus verschiedene Bilder, um sein Geheimnis zu erklären. So sagt er zum Beispiel: Ich bin der gute Hirte, ich bin das lebendige Wasser oder ich bin das Brot, das vom Himmel gekommen ist. Doch was möchte er uns mit dem Wort sagen: „Ich bin die Tür“?
Das Wort Tür kommt in der Bibel oft vor – manchmal wörtlich, manchmal als Bild, also als Metapher. Es ist ein schlichtes, fast alltägliches Bild: eine Tür. Nichts Spektakuläres, kein großes Symbol, kein himmlisches Feuer. Eine Tür steht einfach da – unscheinbar, aber entscheidend.
Die Tür ist ein Übergang
Eine Tür trennt nicht nur.
Sie verbindet. 
Sie ist der Moment zwischen „draußen“ und „drinnen“, zwischen „Gefahr“ und „Geborgenheit“, zwischen „Suchen“ und „Finden“, zwischen Himmel und Erde.
Wenn Jesus sagt: „Ich bin die Tür“, dann lädt er uns ein, diesen Übergang zu wagen: nicht stehen zu bleiben, nicht im Draußen zu verharren, nicht im Inneren zu ersticken, sondern zu gehen – hinein und hinaus – im Rhythmus des Lebens.
Durch ihn hineingehen
Wenn Jesus sagt: „Ich bin die Tür“ , dann bedeutet dieses Wort, durch ihn zum Vater im Himmel hineinzugehen und die Grenzen des rein Menschlichen zu überschreiten, um bei Gott wirklich anzukommen. Mit anderen Worten: Es ist das Hineingehen in Gottes Herz – in eine Liebe, die nicht fragt, ob wir würdig sind, sondern ob wir kommen wollen. Denn dort finden wir Schutz, und bei ihm kommen wir zur Ruhe.
Jesus ist keine Tür, die uns einsperrt. Er ist eine Tür, die uns frei macht. Wer durch ihn hineingeht, darf auch hinausgehen und sein Leben als Christ mutig gestalten.
Die Tür unseres Herzens
Das Bild der Tür bekommt noch eine weitere Bedeutung. Im letzten Buch der Bibel, in dem der hl. Johannes seine Visionen niedergeschrieben hat, sagt Jesus:
„Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn einer meine Stimme hört und die Tür öffnet, werde ich bei ihm eintreten und Mahl mit ihm halten und er mit mir.“ (Offb 3,20)
Hier wird uns überraschenderweise klar, dass nicht wir vor Gottes Tür stehen und um Einlass bitten, sondern Jesus, der Sohn Gottes, vor unserer Tür steht. Das will uns sagen: Gott ist der Suchende. Er ist der Erste, der sich auf den Weg macht und uns entgegenkommt. Gott bricht nicht ein, sondern klopft leise, einladend, werbend.
Die Tür, vor der Jesus steht, ist das Herz des Menschen. Und diese Tür hat keine Klinke außen – nur innen. Das heißt: Nur der Mensch selbst kann öffnen. Nur der Mensch kann sagen: „Komm herein.“
Termine
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