Cham. (str) Mit einem feierlichen Gottesdienst, umrahmt von den Bläsern und dem Kirchenchor St. Josef unter der Leitung von Paul Piller, feierte der KAB Ortsverband Cham am Sonntag sein 120-jähriges Bestehen. Bei einem Festakt im Kolpinghaus würdigte Brigitta Alkofer vom Diözesanverband der Katholischen Arbeitnehmervereinigung die Leistungen der KAB in Cham, die von Teamsprecher Franz Daschner detailliert aufgezeigt wurden.

Der von gläubigen Frauen und Männern 1906 in Cham gegründete Arbeiterverein machte es sich zur Kernaufgabe, Solidarität und Subsidiarität zu üben, und ist im Sinne der katholischen Soziallehre immer am Wohle der Menschen orientiert. Dies hob auch Diözesanpräses Stephan Rödl, der in Konzelebration mit Präses Dr. Kazimierz Pajor, Ruhestandpfarrer Josef Amberger und Diakon Martin Peintinger den Festgottesdienst zelebrierte, in seiner Predigt hervor.
Wie im Sonntagsevangelium ausgeführt, soll jeder den gleichen Lohn erhalten. „Dies ist kein Gedanke für eine Einheitsrente“, korrigierte der Prediger mögliche Fehlinterpretationen, sondern die Aufforderung, „dass sich jeder Mensch mit seinen Fähigkeiten um das kümmern soll, was er selber lösen kann“. Neben dieser Eigenverantwortung sei jeder Christ dazu berufen, im Sinne der Gerechtigkeit und Barmherzigkeit Gottes sich für das Wohl des Anderen einzusetzen. „Der Mensch soll nicht für sich selber leben, sondern zum Wohlergehen der Mitmenschen“, appellierte der KAB-Diözesanpräses am Ende seiner Predigt an die Gottesdienstbesucher.

In den Fürbitten beteten die Gläubigen um eine gerechte Entlohnung der Arbeit, und um den Mut der KAB-Mitglieder, sich für die Belange der benachteiligten Mitmenschen einzusetzen. Pfarrgemeinderatsvorsitzende Sabrina Wanninger dankte in ihrem Grußwort für die vielen Aktivitäten und Impulse der KAB, die das Leben in der Pfarrei bereichern.
„Die KAB ist ein Teil der weltweiten Bewegung für soziale Gerechtigkeit“, betonte Teamsprecher Franz Daschner in seinen Dankesworten in der Kirche. Dabei verwies er auf die kostenlose Rechts- und Rentenberatung sowie die Hilfe bei Versicherungsfragen, die alle Mitglieder erhalten. Schon wegen dieser einmaligen Serviceleistungen sollten sich junge Arbeitnehmer(innen) wieder dem Sozialverband anschließen.
Diözesansekretärin Brigitta Alkofer artikulierte in ihrer Gratulation zum KAB-Jubiläum die gelebte Solidarität, die in tausenden Stunden an ehrenamtlichem Engagement durch den Ortsverband Cham in den vergangenen 120 Jahren erbracht wurden. Kreissprecherin Brigitte Wagner erinnerte an die wegweisenden Aktivitäten des Ortsverbandes, der stets die sozialen Werte hochhalte, und wünschte sich für die nächsten Jahre weitere Impulse.

Nach der detaillierten Darstellung der KAB-Aktivitäten mit dem Auf und Ab der Mitgliederentwicklung durch Franz Daschner führte Präses Dr. Pajor in seinem Statement aus, dass die KAB in all den 120 Jahren bemüht war, Antworten auf die Probleme der Zeit zu geben. Er hob speziell das Engagement von Edgar Schiedermeier hervor, der über Jahrzehnte das Gesicht der KAB in Cham, auf Bezirks- und Landesebene gewesen sei. In Franz Daschner und dem Leitungsteam mit Max Strasser, Agnes Rädlinger, Reinhard Loders, Margareta Amann und Maria Jäger habe er würdige Nachfolger gefunden, die immer um das Wohl der Mitmenschen bemüht seien.

