Mit einer vorbildlichen Gemeinschaftsleistung von örtlichen Vereinen und Dorfbevölkerung wurde in Untertraubenbach die Kirchweih-Tradition hochgehalten. Auch das Wetter trug am Wochenende mit Temperaturen über 20 Grad und Sonnenschein zu einer guten Kirta-Stimmung bei.

Am Samstagnachmittag wurde der Kirtabaum in die Höhe gehievt. Der örtliche Stadtrat, 2. Chamer Bürgermeister und Kirchenpfleger Walter Dendorfere hatte im Vorfeld die Fäden wieder in die Hand genommen und die Vereinsvorstände bereits zu einer Vorbesprechung eingeladen. Zur Aktion selbst trugen dann einmal mehr viele Frauen- und Männerhände ihr Scherflein bei. So wurden drei Kränze mit von Max Fuchs gespendetem Eichenlaub gebunden und mit Bändern in den bayerischen Landesfarben geschmückt. Als Baumspender des stattlichen Exemplars von rund 25 Metern erwies sich heuer Bernhard Scheiningher. Beim Aufstellen gingen die Verantwortlichen auf Nummer sicher und so unterstützte die Zimmerei Mühlbauer aus Unterlintach mit einem Kran das Brauchtum. Pfarrer Dr. Kazimierz Pajor nahm die Segnung des Kirchweihbaumes und damit eines traditionellen Brauchs vor, der den Jahrestag der örtlichen Weihe des Gotteshauses mit der weltlichen Festfreude verbindet.

Im Anschluss war gemütliches Beisammensein beim Schwalbenhaus angesagt, dabei sprach Walter Dendorfer zahlreiche Dankesworte aus. Bei der Tombola mit mehreren Sachpreisen wurde Dominik Jakob als Hauptgewinner des Baumes gezogen. Die Bewirtung durch das Gasthaus Holzer sowie Kaffee und Kuchen von Seiten der Damenturnabteilung des FC Untertraubenbach rundeten das gesellige Miteinander im und rund um das Schwalbenhaus ab. Der OGV Untertraubenbach bot u.a. herbstliche Kränze zum Verkauf an.

Einen weiteren Höhepunkt bildete am Sonntag der Kirchweih-Festgottesdienst mit Pfarrer Dr. Kazimierz Pajor, der in seiner Predigt auf die Bedeutung des Kirta-Baumes einging. „Religiöses Brauchtum entsteht aus dem Wunsch, unseren Glauben anschaulich und sinnlich erfahrbar zu machen“, so der Seelsorger von Cham St. Josef und Untertraubenbach St. Martin, „der Kirta-Baum ist ein altes, tief symbolisches Zeichen rund um die Kirchweih“. Pajor stellte insbesondere vier Bedeutungen heraus, nämlich dem Kirta-Baum als ein sichtbares Festzeichen, als ein Zeichen der Gemeinschaft, als ein Zeichen der Verwurzelung und als ein Zeichen des Lebens. Und was bedeutet die Segnung des Baumes? Die Segnung sei kein Sakrament, aber ein sakramentales Zeichen. „Sie enthält eine unsichtbare Kraft Gottes und stellt dadurch das ganze Fest unser seinen Schutz“. Der Kirta-Baum spreche eine stille, aber klare Sprache: er wächst nach oben – er ist ein Hinweis auf Gott; er hat Wurzeln – er ist ein Hinweis auf Tradition und Herkunft; er trägt Grün – er ist ein Hinweis auf Leben, Hoffnung und Zukunft; er steht fest – er ist ein Hinweis auf die Beständigkeit des Glaubens. (A. & L. Sch.)