Eine schier nicht mehr endende Anzahl an Marienverehrern und Gläubigen strömte am Hochfest „Mariä Aufnahme in den Himmel“ zur Streicherröhren-Kapelle, um am „Großen Frauentag“ an der inzwischen 365 Jahre alten Wallfahrts-Tradition festzuhalten. Mit dem rechtzeitigen Abschluss der Generalüberholung konnte das religiöse Kleinod den kirchlichen Segen erhalten.

Nach dem Eingangslied „Gegrüßet seist du, Königin“ hieß Pfarrer Dr. Kazimierz Pajor alle herzlich willkommen und sagte: „Wir kommen, um Maria zu ehren und uns unter ihren Schutz zu stellen“. Mit dem Hinweis auf die Sanierung der Streicherröhren-Kapelle betonte der Seelsorger weiter: „Heute erscheint sie wieder im neuen Glanz“. Und so segnete Pajor zunächst die mit Innen- und Außenputz, Dach sowie Glockengeläut für rund 135.000 Euro komplett überholte Raumschale. Ebenfalls restauriert wurden der Gnadenaltar und das Marienbild. Als Marienverehrer freute sich Diakon Martin Peitinger, die Predigt übernehmen zu dürfen. Peintinger sprach zunächst seine Glückwünsche zur schönen Renovierung der Kapelle aus und dankte allen Beteiligten, allen voran Kirchenpfleger Walter Dendorfer.

„Wir kennen alle Bilder von Maria, ob aus Kirchen, Kapellen oder unseren Wohnungen“, so Peintinger zu Beginn seiner Ausführungen. Fast durchgängig würden die Bilder dabei Maria als friedlich, rein und makellos zeigen. „Alle diese Bilder haben uns eigentlich belogen und betrogen“, so der Diakon weiter, „Maria, war alles andere als harmlos“. Ganz im Gegenteil: „Maria war brandgefährlich, zwar nicht für Gott, aber für die Mächtigen dieser Welt“. Peintinger verwies auf das Evangelium mit der Erscheinung des Engel und den Worten an Maria: „Fürchte dich nicht“. Und trotz aller Zweifel und Angst entgegnet sie: „Mir geschehe nach deinem Wort“. Maria vertraue voll darauf, dass die Liebe stärker ist als die Angst. Und was hat das heute mit uns zu tun? Auch wir leben in einer Zeit voller Angst mit Kriegen, Krisen und Sorge um die Zukunft. Leider, so Peintinger, seien wir oft viel zu schwach oder zu müde nach der Einstellung „Ich kann eh allein nichts ändern und ausrichten“. Doch Gott suche Menschen, die bereit sind, das Risiko der Liebe und des Gottvertrauens einzugehen. „Unser Glaube kann die Welt verbessern, hin zum Besseren“, so der Diakon abschließend, „Maria hat es uns vorgemacht, sprechen wir heute unser eigenes, kleines, ja vielleicht gefährliches, Ja zum Leben, zum Mitmenschen und vor allem zu Gott“.

Vor dem Abschluss mit Segnung der Kräuterbuschen, dem Lied „Segne, Du Maria“ und der Bayernhymne sprach Pfarrer Pajor noch viele Dankesworte aus. Kirchenverwaltung, Pfarrgemeinderat und weitere Helfer hatten bereits die Tage vorher alles ganz wunderbar herausgesputzt und geschmückt. Wie immer begleitete Josef Köppl mit seiner Bläsergruppe musikalisch den Gottesdienst. Dank frisch abgemähter Wiesen am Fuße der Kapelle standen ausreichend Parkplätze zur Verfügung, neben der Anfahrt mit dem Auto strömten auch viele zu Fuß und mit Fahrrädern zum religiösen Kleinod. Die Mitglieder des Frauenbunds Untertraubenbach hatten im Vorfeld eifrig gewerkelt, ihre dekorativen Kräuterbuschen wurden von den Gläubigen beim Aufgang zur Kapelle gerne bis zum letzten Stück erworben. Die Freiwillige Feuerwehr Untertraubenbach kümmerte sich rund um den Marienfeiertag neben der Verkehrsregelung ebenso um das leibliche Wohl mit Grillgut, kühlen Getränken sowie einer reichhaltigen Auswahl an Selbstgebackenem zum Haferl Kaffee. Und auch das BRK zeigte sich dankenswerterweise mit einer Schnelleingreiftruppe vertreten.

Bereits am Vormittag zum Gottesdienst hatten sich u.a. Fußwallfahrer-Gruppen von Seiten der FFW Loibling-Katzbach und aus Elsing in der Pfarrei Pemfling auf den Weg nach Streicherröhren gemacht. Aufgrund des angesagten Höhepunktes der aktuellen Hitzewelle verzichtete die Pfarrei St. Martin Untertraubenbach am Nachmittag auf die Fußwallfahrt, stattdessen wurde zunächst der Rosenkranz gebetet. Den Abschluss bildete die Marienfeier unter der musikalischen Gestaltung durch den Kirchenchor mit Leiter Paul Piller, die Predigt übernahm nochmals Diakon Martin Peintinger. (A & L. Sch.)

