Mit dem Ostertriduum erreichten die Feierlichkeiten in der Pfarrei St. Josef in Cham-West ihren geistlichen Höhepunkt. In eindrucksvoll gestalteten Gottesdiensten vom Gründonnerstag bis zur Osternacht gedachten die Gläubigen der zentralen Ereignisse des christlichen Glaubens – vom letzten Abendmahl über das Leiden und Sterben Jesu bis hin zur Feier seiner Auferstehung. Zahlreiche Besucher nahmen die Einladung an, diese besonderen Tage in Gemeinschaft und Besinnung mitzuerleben. Am Gründonnerstag stand die Erinnerung an die Liebe Jesu im Mittelpunkt, die sich in Brot und Wein – seinem Leib und Blut – zeigt. In der Messe vom Letzten Abendmahl wurde dieses Vermächtnis gefeiert. Anschließend fand die feierliche Übertragung und Anbetung des Allerheiligsten statt, welche Mitglieder des Chores unter Leitung von Su Frisch, sowie Sabrina Wanninger und Maria Roider stimmungsvoll gestalteten. Der Karfreitag, der Gedenktag an den Tod Jesu, begann mit einem meditativen Kreuzweg am Kalvarienberg, gefolgt von einem Kinderkreuzweg im Pfarrheim. Am Nachmittag stand die Karfreitagsliturgie im Zeichen der Leidensgeschichte Christi. Das Kreuz, Symbol für Leid und Tod, wurde zugleich als Zeichen für Trost, Hoffnung und Neubeginn gedeutet. Den Höhepunkt des Triduums bildete schließlich die Osternacht, welche in diesem Jahr von Pfarrvikar Pater Jim zusammen mit Diakon Martin Peintinger feierlich zelebriert wurde. Auf dem Kirchplatz wurde das Osterfeuer entzündet und die Osterkerze gesegnet.

Diakon Martin Peintinger trug sie in die dunkle Kirche, begleitet von den liturgischen Diensten. Mit dem Ruf „Lumen Christi“ und der Antwort der Gemeinde „Deo gratias“ begann die feierliche Lichtfeier und zugleich brachten die vielen Ministranten das Feuer unter das Kirchenvolk. Nach und nach tauchten die mitgebrachten Osterkerzen das in Finsternis gehüllte Gotteshaus in einen wärmenden Schein. „Dies ist die selige Nacht, in der Christus die Ketten des Todes zerbrach und als Sieger emporstieg.“ – erklang das von Kantor Peter Hausner ausdrucksstark dargebotene Exsultet, das sogenannte Osterlob. Die Lesungen, vorgetragen von Holger Adam, Thomas Frisch, Peter Hausner und Birgit Kastner spannten einen Bogen von der Schöpfung über den Auszug Israels aus Ägypten und die Prophetie Ezechiels bis zum Römerbrief des Apostels Paulus. Als ein kraftvolles Zeichen der Auferstehungsfreude kehrten mit dem festlichen „Gloria“ die seit Gründonnerstag verstummten Orgelklänge und der Glockenklang zurück und beendeten damit offiziell die Fastenzeit. In seiner Predigt stellte Pater Jim die österliche Botschaft bewusst in den Kontext einer von Krisen geprägten Zeit. Angesichts von Kriegen, steigenden Lebenshaltungskosten und persönlichen Sorgen falle es vielen Menschen schwer, unbeschwert zu feiern. Gerade deshalb, so betont er, sei Ostern ein Anlass zur Hoffnung und zur Freude. Im Zentrum seiner Ausführungen steht die Auferstehung Jesu, die als Sieg des Lebens über den Tod verstanden wird. Alles Tödliche und Lebensfeindliche – wie Hass, Gewalt und Angst – habe damit nicht das letzte Wort. Die eigentliche Botschaft der Osternacht fasst Pater Jim in den Worten zusammen, die sowohl der Engel am Grab als auch der auferstandene Christus sprechen: „Fürchtet euch nicht“. Diese Zusage gelte auch heute, trotz aller Unsicherheiten und Ängste im persönlichen wie im globalen Leben. Ostern bedeute, dass Gott die Menschen durch Dunkelheit und Sorgen hindurch zum Leben führe. Zeichen dieser Hoffnung könnten auch im Alltag erfahrbar werden – etwa in Begegnungen mit Menschen, die Mut machen und Zuversicht schenken.

Ein besonders emotionaler Höhepunkt der Osternacht war, als die diesjährigen Firmkinder, ihre Taufkerzen in den Händen haltend, ihr Taufversprechen vor dem Altar erneuerten. Zum Abschluss segnete Pater Jim die mitgebrachten Speisen, während Diakon Peintinger allen Beteiligten für ihre Unterstützung in der Karwoche dankte – insbesondere der Mesnerin Petra Lankes. Auch die Ministranten leisteten ihren Beitrag zur Osterfreude. Im Rahmen ihrer „Ostereiaktion“ hatten sie zuvor in einer Gruppenstunde Eier liebevoll gefärbt und verziert. Diese wurden mit Kontaktdaten von Gemeindemitgliedern versehen, die das Osterfest nicht persönlich in der Kirche mitfeiern konnten. Nach dem Gottesdienst erhielt jeder Besucher ein solches Ei – als kleine Geste der Verbundenheit und Einladung, Osterfreude weiterzugeben.