Dank der seelsorgerischen Unterstützung von Pfarrer Kazimierz Pajor konnten innerhalb der Pfarreiengemeinschaft St. Josef und St. Martin erfreulicherweise auch in Untertraubenbach die Kar- und Ostertage festlich begangen und die Liturgien sowie Gottesdienste gefeiert werden.

Den ersten Höhepunkt bildete am Gründonnerstag der Abendmahlsgottesdienst. Dazu war Pfarrer i. R. Josef Triebenbacher nach Untertraubenbach gekommen. Orgel und Glocken verstummten und wurden abgelöst vom Rattern der „Ratschn“. Anschließend wurde das Allerheiligste übertragen und mit Diakon Martin Peintinger die Ölbergandacht vorgenommen. Am Karfreitag ist zunächst am Vormittag der Kreuzweg gebetet worden, ehe am Nachmittag um 15 Uhr zur Sterbestunde Jesu die Liturgie stattfand. Am linken Seitenaltar zeigte sich das Heilige Grab aufgebaut, diese Tradition als Nachbildung des Heiligen Grabes von Jerusalem als „Bibel für die Augen“ geht bis ins frühe Mittelalter zurück und erlebte ihr „Hoch-Zeit“ im Barock. Pater Jim von Cham St. Jakob führte in mehreren Schritten in das Geheimnis des Karfreitags ein, nämlich dem Wortgottesdienst mit den Lesungen, mit der Leidensgeschichte, den großen Fürbitten sowie in der feierlichen Kreuzverehrung.

Der Tag der Grabesruhe endete am Samstagabend mit der Auferstehungsfeier. Vor der Pfarrkirche St. Martin zeigte sich ein Osterfeuer entzündet. Pfarrer Pajor und zahlreiche Ministranten wurden begleitet von Kirchenpfleger Walter Dendorfer sowie Lektor Michael Liegl, welche die neuen Osterkerzen für die Pfarrkirchen St. Martin in Untertraubenbach bzw. St. Michael in Penting mitführten. Pajor segnete das Osterfeuer und die Osterkerzen. „Christus, gestern und heute – Anfang und Ende – Alpha und Omega – Zeit und Ewigkeit“, so der Geistliche beim Anbringen der fünf Stigmata auf den beiden Osterkerzen.

Gemeinsam wurde in das dunkle Gotteshaus zu den mehrmaligen Rufen „Lumen Christi“ (Licht Christi) und den Antworten „Deo gratias“ (Dank sei Gott) eingezogen. Nach und nach sorgten mehr und mehr Osterkerzenlichter, die auch der Pfarrgemeinderat zum Kauf angeboten hatte, wieder für etwas Aufhellung. Sehr schön musikalisch mitgestaltet wurde die Osternachtfeier vom Kirchenchor mit der „Messa alla Settecento“ von W. Menschick unter der Leitung von Paul Piller und mit Cornelia Stögbauer and der Orgel. Nach der Lichtfeier zum Auftakt führten drei Lesungen aus dem Alten Testament in die besonderen Geheimnisse dieser heiligen Nacht ein und zeichneten die Heilsgeschichte von der Schöpfung bis zur Erlösung nach. Dann war es so weit, Glocken und Orgel setzten wieder ein und es wurden alle Altarkerzen entzündet.

Im Anschluss an die Verkündigung der Auferstehung nach Johannes betonte Pfarrer Kazimierz Pajor zu Beginn seiner Predigt, das in dieser Heiligen Nacht ein unscheinbarer, aber kraftvoller Satz im Evangelium zu hören sei: „Jesus kam ihnen entgegen“. Der Auferstandene warte nicht ab, bleibe nicht auf Distanz, sondern mache den ersten Schritt. Pajor weiter: „Er kommt auch zu uns hier und heute in dieser Nacht, die heller ist als jeder Tag“. Ostern sei kein schönes Gefühl oder ein poetischer Gedanke, „Ostern ist Begegnung“. Dieses Zusammentreffen brauche aber unsere Zustimmung, „wir können die Begegnung zulassen oder ihr ausweichen“. Und so müssten sich alle die Frage stellen: „Gehe ich wirklich auf Jesus zu oder gehe ich ihm aus dem Weg“. Der Seelsorger thematisierte noch drei Worte bzw. Aussagen Jesu, „jeder ist wie ein Schlüssel, der verschlossene Herzen öffnen kann“: Erstens „seid gegrüßt“, zweitens „fürchtet euch nicht“ und drittens „geht und sagt es meinen Brüdern“. Die Osterfreude und die Osterbotschaft sei kein Privatbesitz für diejenigen, die in die Kirche gehen, vielmehr müssten alle aus dieser Freude heraus zu Boten des Auferstandenen werden.

Nach dem Segen für das Oster- bzw. Taufwasser erneuerten die Gläubigen ihr Taufversprechen und bekräftigten es mit dem Lied „Fest soll mein Taufbund immer stehen“. Nicht fehlen durfte vor dem Schlusssegen die Speisenweihe. Im Anschluss an die Osternachtfeier lud der Pfarrgemeinderat zur Agapefeier vor dem Martinsheim ein, die sehr gut angenommen worden ist. Neben Rotwein bzw. roten Traubensaft für die Kinder hatten die Mitglieder des Gremiums auch Käse-Trauben-Spieße vorbereitet. Der feierliche Festgottesdienst am Ostersonntag wurde von Pfarrer i. R. Josef Amberger zelebriert.